Das nasse Wetter im Jahr 2024 (u.a. viel Mehltau in den Reben) hatte zur Folge, dass die Ernte der Gamaret-Trauben keinen vernünftigen Ertrag ergab, um unseren Wein «Zünftig rot» herzustellen. So beschlossen wir am 12. Oktober die Beeren trotzdem zu lesen, um daraus einen Schnaps zu machen. Wir ernteten und sönderten insgesamt 90 kg, füllten diese in zwei Fässer ab und liessen die Trauben durch Umrühren zerquetschen. Mit der Abgabe der Maische an die Brennerei Ernst Zuber AG in Arisdorf begann dann der Brennprozess.
Im Frühling 2025 (kurz nach der Brennung) durften wir den Zunftschnaps erstmals degustieren; vom ersten Eindruck des Brandes waren nicht gerade begeistert ! «Wir sollen den Schnaps noch eine gewisse Zeit liegen lassen … er wird immer besser», so Brenner Andreas Gerber. Es wurden 80 kleine Fläschli abgefüllt, die Etikette kreierte unser Rebmeister Martin Klaus mit dem Namen «Dr verloreni Joorgang».
Nun, ein Jahr später, am Samstag, 18. April 2026 wollten wir es genau wissen. Martin Klaus organisierte für uns interessierte Zünfter einen Besuch mit Apéro bei der Brennerei Zuber. Besammlung war am Bahnhof in Liestal um 10.40 Uhr; im Verlauf der BUS -Fahrt stiegen immer mehr zu, so dass Andreas Gerber bei herrlichem Frühlingswetter 17 Zünftige in der modern eingerichteten Edelbrennerei begrüssen durfte. Zum Einstieg in die Führung ging er auf die Historie des Betriebes ein. 1933 kaufte Ernst Zuber die Mühle, wo bis 1958 Getreide gemahlen wurde. Seither werden mit dem Aufbau des Obsthandels weit und breit die besten Schnaps gebrannt. Andreas Gerber (Geschäftsführer in der dritten Generation) führte uns in der Folge hinter die Kulissen der Spezialitätenbrennerei und erklärte, wie die Destillate hergestellt werden. Die gestellten Fragen der sehr interessierten Besucher beantwortete er souverän. Er führte aus, dass die frischen Rohstoffe ausschliesslich aus den besten Lagen der Region stammen. Die Anlieferungen werden strengstens kontrolliert, um die besten Voraussetzungen für die Brände zu schaffen. Nur vollreife und aromatische Schweizer Früchte schaffen den Weg in die Gärtanks der Destillerie. Die vollmundigen Destillate haben ein Volumengehalt von fruchtigen 43%, wobei das Arisdörfer Quellwasser die typische, persönliche Zuber-Handschrift verstärkt und zusätzlich als Aromaträger wirkt. Die Brennerei erfolgt nach Baselbieter Rezepten und stellt keine Massenware her, berichtet der Brennmeister und zertifizierter Edelbrandsommelier weiter.
Anschliessend zum Rundgang wurden wir im gemütlichen Gastkeller begrüsst, wo wir einen feinen Apéro riche geniessen durften. Zugleich erhielten wir die Gelegenheit das breite Angebot der Edelbrände zu degustieren; ein Vergleich mit unserem «Dr verloreni Joorgang» war natürlich ein Muss für jeden Zünfter … Fazit: Unser Schnaps ist ein Hochgenuss, wie vor einem Jahr von Andreas Gerber prophezeit !
Nach gemütlichem Zusammensein verabschiedeten wir uns vom Brennerteam und verliessen die «Mühle» mit sehr positiven Eindrücken. Der Bus brachte uns um 14.15 Uhr zurück Richtung Liestal.
Ein grosses Dankeschön unserem Rebmeister und Organisator Martin Klaus.
